Es geht um Menschen. Wertvolle Menschen. Geliebt, begabt, schön, fröhlich, ernsthaft, interessiert, fleißig, kreativ, gastfreundlich, würdevoll
ungesehen
chancenlos, benachteiligt, arm, arbeitslos ….
WILJA* kommt aus einer Familie mit insgesamt 6 Geschwistern. Eine eher kleine Familie – für kongolesische Verhältnisse. Liebende, fleißige Eltern, deren Ziel es ist, allen Kindern eine (Schul-)Ausbildung zu finanzieren. Doch das Geld ist knapp, die Schulkosten zu hoch. Nur noch ein Kind kann in die Schule geschickt werden. Die Wahl fällt auf den älteren Bruder. Wilja muss aussetzen. Das war eine gemeinsame Entscheidung. Einige Zeit später konnte sie doch weiter zur Schule und diese abschließen, die älteren Geschwister helfen mit – alle gehen arbeiten, als Tagelöhner oder durch mini-Jobs verdienen sie für die Familie mit, nachdem sie mit Hausaufgaben fertig waren – jeden Tag. Sie durfte und konnte dann auch Agronomie studieren. Ein Privileg, finanziert durch den älteren Bruder, der bereits eine Arbeit gefunden hatte, auch ein Privileg in diesem Land.
400 StudentInnen waren in ihrem Jahrgang (300 Männer, 100 Frauen), davon schlossen nur 100 das Studium ab (davon 20 Frauen), und Wilja war eine von ihnen, mit Dank an ihre Familie, die das Studium finanzierte und einem Stipendium, da sie unter den Besten war. Keine Selbstverständlichkeit.
Nur 10 (!) davon haben nach ihrem Abschluss einen bezahlten Job gefunden. Ein kleiner Prozentsatz…. Wilja war nicht unter den 10. Sie begann Praktika zu machen und unbezahlte Jobs anzunehmen, um in der Materie der Profession gut zu bleiben. Aber das ist auf Dauer natürlich nichts.
Wilja hat Tränen in den Augen als sie weiter erzählte: Durch den Verein JENGA TUMAINI des JeremieProjectCongo wurden ihr ca 5000qm Gelände zur Bepflanzung angeboten. Das ist erstmal kein Geld aber eine unvorstellbar wichtige Möglichkeit und Chance das zu tun, wovon sie immer träumte: Land zu bewirtschaften, den besten Ertrag nachhaltig zu erwirtschaften, Menschen zu beschäftigen, die sonst keine Arbeit haben und sie auszubilden, richtig, nachhaltig und ertragsreicher zu pflanzen.
Nun verdient sie – wenn auch noch nicht „genug“ und wurde ein Teil des JeremieProjectCongo. Sie und ihre – nun auch andere Aufgaben – in unserem Ausbildungszentrum sind unverzichtbar.
*Name geändert