Rushagu*, geboren 2011, Halbwaise, der Vater ist davongelaufen, wohnhaft: im Dorf bei seinen Großeltern.
Seit wir in Kashusha sind, ist mir dieser Junge aufgefallen. Weil er oft alleine rumsteht (was auffällt, bei einer Horde Kids), weil er sehr dreckig ist und kranke Fußzehen hat, weil er sagt, er habe seit 2 Tagen nichts gegessen, weil er traurig aussieht. Sehr traurig. Augen, die ins Leere starren, müde, fast weinerlich.
Mir bricht es das Herz. Ein Kampf im Gewissen – kaufe ich ihm ein Beignet, wird er beneidet und ich habe alle 40-60 Kinder um mich rum, die penetrant und unverschämt sind. Heute eine klare Frage mehrerer Kinder: Gib mir einen Dollar.
Rushagu wird von einem Paten unterstützt. Er braucht sich nicht mehr um die Schulkosten, Materialien und Schuluniform kümmern. Doch das bringt ihm noch kein Essen in den Magen. Teilweise muss er auf den Feldern anderer arbeiten, da seine Großeltern krank oder zu schwach sind, um sich Essen kaufen zu können.
Wir werden ihm und seiner Familie nun kurzfristig helfen. Denn wir haben eine Spende erhalten, die wir direkt abgeben möchten:
Ein Junge aus Deutschland, geboren 2014, hat ohne zu zögern sein Taschengeld gezückt und mir gegeben, als er hörte, wir fliegen in den Kongo. Auch das hat mir Tränen in die Augen gebracht. Und nun werden wir dieses Geld nutzen, um der Familie kurzfristig zu helfen. Ich bin so dankbar dafür!!! Dennoch, wie können wir langfristig den Unterschied bringen?
Bildung ermöglichen – das ist unser Motto und ich halte daran fest, dass es Hoffnung schenkt auf eine bessere Zukunft. Im Gebiet Kashusha können wir nun schon 27 Kinder in Schulen schicken, zu denen sie teilweise 8 km einfach laufen. Es war wunderschön, die Kinder zu treffen, sich zu unterhalten, Photos für die Paten zu machen, Material zu übergeben – und die Kinder haben auch uns etwas schenken wollen. Da sie aber nichts hatten, hat die Mitarbeiterin vor Ort kurzerhand einen Korb eigener Ernteerträge gepackt und mittels eines einstudierten Tanzes, haben die Kids uns den Eimer überreicht. Was ein Erlebnis!!!! Wir haben den (größtenteils) Müttern das Herz hinter dem Projekt, die Wichtigkeit von Bildung und von unseren christlichen Werten erklärt. Auch wenn sie selbst nicht in die Schule konnten, sollen sie es ihren Kids ermöglichen, mit der Hilfe der Paten.
Mit meinem Baby auf dem Arm, durfte ich direkt eine Beziehung zu den Müttern aufbauen:
Die Kinder sind ein uns anvertrauter Schatz, die wir lieben und fördern wollen.
(*Name geändert)